Aufgewachsen in Thessaloniki, lebt der Künstler Theo Prodromidis derzeit in Athen, beschäftigt sich aber in seinen Arbeiten immer wieder mit seiner Geburtsstadt, insbesondere mit dem künstlerischen Schaffen seines Vaters, Aris Prodromidis.
Im Rahmen seiner Arbeit in Leipzig hat Prodromidis Projekte vergangener Residenzen neu interpretiert und fortgeführt. Zum Beispiel die kollektive Arbeit „An Open Newspaper (You can't evict a movement)“ (2020), die sich mit Zwangsräumungen in Belgrad, Thessaloniki und Athen befasst. Die Zeitung dient dabei als Informationsmedium zur sich ständig verschärfenden globalen Wohnungskrise, aber auch als Zeugnis der Kollaboration und dem Austausch von türkischen, griechischen, serbischen und britischen Künstler:innen auf der Suche nach translokaler Solidarität in einer hypervernetzten Welt. Auch in Leipzig möchte Promodoris diese Problematik untersuchen und alternative Formen des Zusammenlebens erforschen. Dabei versteht Prodromidis seine künstlerische Praxis als Strategie, sozialen Herausforderungen zu begegnen und sie mit Konzepten wie Performativität, Teilhabe und Nachbarschaft zu verbinden. Medial arbeitet er textbasiert, mit Videoinstallationen und dabei oft in Kollaboration mit anderen Künstler:innen.
Am 24.05.2024 zeigte Prodromidis seinen Film „Children of the sun (acting)“ (27 min, 2020) und bot in einer anschließenden Diskussion mit der Schauspielerin Effi Rabsilber Raum für Auseinandersetzung. Der Film selbst ist eine Art persönlicher Bericht einer Aktivistin, die mit ihren inneren Motiven, existenziellen und politischen Fragen und den Ereignissen um sie herum kämpft. Gedreht wurde zwischen dem Tag, an dem ein neues (Anti-)Umweltgesetz im griechischen Parlament verabschiedet wurde, und dem Tag, an dem das Urteil im Prozess gegen die „Goldene Morgenröte“, einer neofaschistischen und rechtsextremen Partei, verkündet wurde.
Weitere Informationen zu Theo Prodromidis unter www.theoprodromidis.com